Pilze sammeln in Nauders am Reschenpass

 

Nauders in Tirol - das Paradies für Pilzliebhaber

Im Sommer und Herbst laden die lichten Wälder und sonnigen Felder im Dreiländereck nicht nur zu ausgedehnten Wandertouren ein, sondern auch die von schmackhaften Waldpilze laden in Nauders am Reschenpass zum sammeln ein. Besonders Feinschmecker und Naturfreunde profitieren von dieser Zeit.

Essbare Pilze

Fachleuten zufolge gibt es rund eine Million Pilzarten weltweit, etwa 70.000 Arten davon sind bekannt und somit wissenschaftlich erfasst. Doch nur ein geringer Prozentsatz davon gehört zu den begehrten Speisepilzen. Welche Pilze sind nun also essbar, worauf müssen Sie beim Sammeln achten und wo lauern die Gefahren? Dies alles erfahren Sie hier!

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Der Pfifferling

Die Saison der Pfifferlinge, in Österreich auch bekannt als Eierschwammerln, variiert je nach Regenaufkommen, wobei sie meist ab Mitte Juni in lichten Nadel- und Mischwäldern gesammelt werden können. Oftmals findet man die dotter- bis hellgelben Pilze unter Kiefern und Fichten im feuchten Moos. Je nach Sorte kann die Färbung auch ins Rötliche übergehen. Der Stil des Pfifferlings verdickt sich nach oben hin und geht in den sogenannten Hut über. Dieser ist anfangs gewölbt, am Rande hin eingerollt und wellig. Dank seines festen Fleisches und des würzigen Geschmackes eignen sich Pfifferlinge hervorragend für jegliche Art von Wild- und Nudelgerichten. Pfifferlinge sind reich an Folsäure sowie Vitamin A, B1, B2 und D und haben einen hohen Ballaststoffanteil, weshalb sie übrigens zu den gesündesten Lebensmitteln unserer Küche gehören.

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Der Steinpilz

Der beliebte Waldpilz ist in Misch- und Nadelwäldern beheimatet und hat von September bis Oktober Hauptsaison. Aufzufinden sind Steinpilze hauptsächlich unter Kiefern, Fichten und Birken. Sein schwammiger Stiel ist am unteren Teil eher bauchig verdickt, wobei der Hut oben breit und halbkugelig ist. Neben dem hohen Eiweißgehalt ist dieser Pilz eine besonders gute Selen-Quelle. Das essentielle Spurenelement ist unumgänglich für zahlreiche Funktionen in unserem Körper.

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Der Austernseitling

Beim Wiedererkennen kann die untypische Form dieser Pilzart äußerst hilfreich sein: Der Austernseitling hat einen dicken, fleischigen Hut, der meist muschelförmig ausgebildet ist. Der nach oben hin breitere, kurze Stil ist am Fuß zottig-haarig überzogen. Von den Austernseitlingen gibt es etwa 30 Sorten, wobei sich die einzelnen in Form und Farbe unterscheiden. Zu finden ist er von September bis Dezember. Beim Verarbeiten sollten Sie eher zu jungen Austernpilzen greifen, denn später kann das weiche Fleisch schnell zäh und übelriechend werden.

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Der Parasol

Meist in Gruppen wachsend, findet man den Parasol von Spätsommer bis Herbst an lichten Stellen von Laubwäldern, auf Wiesen, aber auch an Waldrändern, Lehm-, Kalk- und Sandböden. Dank seines zylindrisch hohlen, mit Schuppen bedeckten Stiels, zählt er zu den außergewöhnlichsten heimischen Pilzen. Der Riesenschirmpilz, wie der Parasol auch genannt wird, besitzt ein weißes Fleisch, das auch bei Verletzungen unverändert bleibt.
Doch Vorsicht: Der Parasol ist nur in gegarter Form genießbar! Im rohen Zustand ist er giftig und kann Magenbeschwerden verursachen.

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Der Wiesenchampignon

Auch unter der Bezeichnung Feld- oder Wiesenegerling bekannt, zählt der Wiesenchampignon zu den wild wachsenden Verwandten des Zucht-Champignons. Die Pilzart wächst auf Laub- und Nadelstreu sowie auf Kompost und gedüngten Pferde- oder Rinderweiden zwischen Juli und Oktober. Besonders im heißen Sommer, nach ergiebigen Regenfällen, sprießen Wiesenchampignons oft zu Hunderten gruppenartig aus dem Boden. Er hat die typische Form und Farbe – ein fleischiger Hut, dicht stehende braune Lamellen und eher weißes Fleisch. Champignons sind vielseitig einsetzbar und frisch immer ein Genuss. Besonders gut eignen sie sich gefüllt, in Soßen, aber auch roh im Salat. Bewahren Sie die Pilze jedoch besser nicht in Plastiktüten auf. Durch ihren hohen Wasser- und Eiweißanteil wird der Verderb dadurch begünstigt.

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Das müssen Sie beim Pilzesammeln am Reschenpass beachten

Allein oder in Gruppen ziehen die Menschen in die Wälder, um köstliche oder seltene Pilze für den heimischen Teller zu suchen – so auch in Nauders am Reschenpass. Bewegung in der Natur, frische Luft und der Gedanke an ein köstliches Abendessen, machen Pilze sammeln zu einem weitaus attraktiveren Hobby, als es zunächst klingt. Doch wie gestaltet man als Anfänger seine erste Suche durch den Wald? Wenn Sie die Lust zum Pilzesammeln gepackt hat, wird es Zeit für einige wichtige Vorbereitungen. Das Wichtigste jedoch, bevor Sie auf Pilzjagd gehen: Nehmen Sie nur die Pilze mit, die Sie auch ohne den geringsten Zweifel kennen! Bevor Sie Ihrer Gesundheit schaden, lassen Sie den Pilz bei aufkommenden Zweifeln auf jeden Fall lieber stehen! Damit Sie wissen, welche Pilze Sie ohne Bedenken mitnehmen können, ist es ratsam sich mit einem Pilzführer oder einer sogenannten Pilzerkennungsapp auszustatten. So können Sie sich im Vorfeld schlau machen und dann unbeschwert durch die Wälder ziehen. Nehmen Sie das Buch doch einfach mit auf Ihre Tour – so können Sie die Pilze besser identifizieren.

 

Das richtige Equipment

Wenn Sie sich nun vorab schlau gemacht haben und auch schon mit der passenden Kleidung ausgestattet sind, sollten Sie nur noch an das richtige Equipment denken. Wichtig ist, dass Sie sich einen Weidenkorb mitnehmen und eventuell ein Paar Papiertüten zum Aussortieren von unbekannten, möglicherweise nicht essbaren Pilzen. Damit Sie die Pilze abtrennen können, ist es ratsam, sich ein Pilzmesser zuzulegen. Natürlich können Sie auch ein einfaches Taschenmesser benutzen. Mit einer kleinen Bürste reinigen Sie die Pilze von Ungeziefern und Erdresten. Viele Messer haben diese auch schon integriert. Schneiden Sie mit dem Messer um den Pilzfuß herum ab und achten Sie darauf, dass Sie den Rest mit etwas Erde bedecken.

Ist das Körbchen nun voll mit eindeutig essbaren Pilzen, steht dem Genuss nichts mehr im Wege und es heißt: Schnell in die Küche mit den Pilzen! Mit unseren wertvollen Tipps können Sie sich wirklich an den Schätzen des Waldes am Reschenpass erfreuen.